Denkmalschutz in Marienborn?!

Das Thema Denkmalschutz ist ein heißes Eisen in Marienborn. Da gibt es zunächst einmal verschiedene Einzeldenkmäler, wie zum Beispiel die katholische Pfarrkirche St. Stephan oder das Chauseehaus. Hier ist es natürlich kein Streitpunkt, dass diese Gebäude unter Denkmalschutz stehen.

Aber auch einige „Hausruinen“ stehen noch unter Denkmalschutz stehen. Die Gebäude im Borner Grund existieren nur noch mit ihren Fundamenten und den Erdgeschoß-Außenmauern. Dies stellt aufgrund ihrer baulichen Situation für die Öffentlichkeit eine Gefahr dar (Straßenverkehrssicherheit). Zusätzlich zu den Erschütterungen durch den ÖPNV oder andere große Fahrzeuge wird die Situation nicht besser.

Der Ortsbeirat hat bereits beschlossen, dass diese beiden „Einzeldenkmäler“ entsprechend aufgehoben werden. Ebenso hat der Ortsbeirat gefordert, dass die Denkmalzone „Historischer Dorfkern Marienborn“ aufgehoben wird, um den Ortskern sinnvoll weiterzuentwickeln.

Ich betone ausdrücklich, dass ich mich nicht gegen den Denkmalschutz und gegen die Unterschutzstellung erhaltenswerter Gebäude wende. Die Entwicklung in Marienborn zeigt aber, dass durch fehlende fachliche Betreuung und fehlende Finanzmittel für schützenswerte Gebäude die Lage in unserem Ort untragbar geworden ist.

Daher brauchen wir hier die Aufhebung der Denkmalschutzzone, um eine nachhaltige Ortsbildgestaltung und die Sanierung einzelner Anwesen sinnvoll voranzutreiben. Zumindest eine Modifizierung der Denkmalschutzzone erscheint dringend geboten. Wir warten immer noch auf Stellungnahmen der Denkmalschutzbehörden.

Ein weiteres Trauerspiel ist der Zustand des Marienbrunnens im Reulchen neben der Kirche. Der Ortsbeirat beantragte eine dringend erforderliche Sanierung des Marienborner Marienbrunnens zur vorläufigen Herstellung der Verkehrssicherheit. Hier gibt es zahlreiche Risse im Sandsteinbecken sowie an der Madonna.

Für den Doppelhaushalt 2017/2018 hat das Grün- und Umweltamt die Maßnahme nun erneut beantragt. Voraussetzung für die Sanierung nach Vorgaben der Denkmalpflege ist die Freigabe der Mittel in Höhe von ca. 25.000 € brutto. Ob dies aber wirklich so kommt, ist keinesfalls sicher. Trotzdem fordere ich die Verwaltung auf, hier endlich zu handeln und ein wichtiges Wahrzeichen unseres Ortes zu erhalten. Die anstehenden Haushaltsberatungen werden es zeigen.

Die widersprüchliche Denkmalschutzpolitik in unserem Ort muss ein Ende haben.

Ihr Dr. Claudius Moseler,

Ortsvorsteher Marienborn

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